01.12.2012

Getting Tough – Das Rennen der harten Jungs (und Mädels)

und wir sind mitten drinn. So oder so ähnlich könnte man die Veranstaltung vom vergangenen Samstag in einem einzigen Satz zusammenfassen.

Die Veranstaltung "Getting Tough - The Race" wird vom gleichnamigen Verein aus Nürtingen in Baden-Württemberg organisiert. In dem Verein haben sich Sportfreunden der harten Gangart zusammengeschlossen. Die Vereinsmitglieder nehmen regelmäßig an extremen Crossrennen in ganz Europa teil. Mit "The Race" haben sie nun erstmals selbst einen solchen Crosslauf auf die Beine gestellt. Rudolstadt bot dafür wegen seiner naturbelassenen Umgebung ideale Bedingungen. Es waren aus ganz Deutschland Teams und Einzelteilnehmer angereist, die sehen wollte, wer von ihnen wirklich der härteste der Harten war. Während sich der Großteil der Teilnehmer möglichst bequem gekleidet hatte, hatten sich andere möglichst auffällig kostümiert. So gab es von Highländern im Schottenrock über eine Ballerina bis hin zu einem Weihnachtsmann oder einen entflohenen Sträfling in gestreifter Anstaltskleidung fast alles. Eine Gruppe der Bundeswehr war standesgemäß im Flecktarn-Anzug angetreten.

Alleine die Laufstrecke – ein Rundkurs von 22 km Länge – querfeldein über Stock & Stein hätte die meisten normalen Menschen bereits problemlos an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gebracht. Aber um das Ganze noch weiter zu verschärfen, war die Strecke auch noch mit mehreren, anspruchsvollen Hindernissen gespickt.

So galt es z.B. Wasser- und Schlammgräben unterschiedlicher Breite und Tiefe zu durchqueren, durch Feuer zu laufen, eine Kampfbahn aus NVA-Zeiten zu absolvieren, bei Bergaufstrecken zusätzlichen Ballast in Form von Autoreifen oder Sandsäcken mitzuschleppen, über Schützenpanzer und Langholz-LKW’s zu klettern  oder im Rudolstädter Freibad im gerade mal 5 Grad „warmen“ Wasser unter mehreren Hindernissen hindurchzutauchen. Für den Aufbau der Hindernissen waren im Vorfeld Pioniereinheiten der Bundeswehr vor Ort.

Eine derartige Veranstaltung fordert natürlich auch ein Großaufgebot an Unterstützung durch verschiedene Einsatzorganisationen vor und hinter den Kulissen. Während eine Armada von Kranken- und Rettungswagen aus der ganzen Region sowie aus Hessen zusammengezogen wurde und die Johanniter mit gewaltiger Manpower die medizinische Seite abdeckte, war das THW Kronach mit geländegängigen Fahrzeugen, allen voran unser ARGO 8x8 dafür zuständig, eventuell „auf der Strecke“ bleibende Läufer einzusammeln oder nötigenfalls zu retten. Einige der Hindernisse wurden von Kameraden der Feuerwehr gesichert, der Tauchclub Rudolstadt sicherte mit mehreren Tauchern die Hindernisse im Schwimmbad und unsere Kameraden vom THW Rudolstadt übernahmen die Logistik. Dies erstreckte sich vom Verteilen der Streckenposten bis hin zum Aufbau von beheizten Zelten für die Behandlung und Versorgung von entkräfteten, unterkühlten oder auch verletzten Läufern und viele andere Dinge, die teils unbemerkt von den Teilnehmern im Hintergrund zu arrangieren waren.

Gemeinsam mit dem Tauchclub und Einheiten der Johanniter sicherte unser Ortsverband auch die Wasserhindernisse im Schwimmbad und zog mehrere Dutzend entkräftete oder unterkühlte Teilnehmer aus dem Wasser, um sie in das beheizte Behandlungszelt zu bringen.

Der schnellste Teilnehmer erreichte das Ziel in unter 2 Stunden – eine unglaubliche Leistung in Anbetracht dessen, was das Rennen den Läufern alles abverlangte und auch im Hinblick darauf, das etwa die Hälfte der Teilnehmer während des Rennen aufgab oder aufgeben musste. Größere Zwischenfälle, Notfälle oder gar ernsthafte Verletzungen blieben jedoch aus.

Unsere Helfer hatten jede Menge Spaß bei diesem „Einsatz“ und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Hilfsorganisationen und unseren Kollegen vom Ortsverband Rudolstadt-Saalfeld war wie immer hervorragend. Wenn es im nächsten Jahr eine Neuauflage dieses Rennen gibt, sind wir gerne wieder mit im Boot.

Bericht:  Hajo Badura


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