16.06.2007

WWA und THW üben für den K-Fall

Das Wasserwirtschaftsamt Kronach und die THW Geschäftsstelle Hof führen gemeinsam Ausbildung zur Deichverteidigung in Kronach durch

Am Sonntag, den 16.06.2007 sind in Kronach rund 35 Helfer des Technischen Hilfswerks aus den Ortsverbänden des südlichen Geschäftsführerbereich Hof zusammengekommen, um an der Ausbildung Deichverteidigung teilzunehmen. Bei der ganztägigen Fortbildungsveranstaltung zum Hochwasserschutz waren die THW Ortsverbände aus Kronach, Naila und Bayreuth vertreten. Die Veranstaltung wurde vom Wasserwirtschaftsamt Kronach und der THW Geschäftsstelle Hof gemeinsam durchgeführt. Die immer häufiger werdenden Starkregenereignisse und die damit verbundene Gefahr durch Hochwasser machen es notwendig die Hilfskräfte - auch in Regionen, die bisher nicht so oft mit Hochwasser konfrontiert waren - noch intensiver auf den Ernstfall vorzubereiten. Außerdem ist ein koordiniertes Vorgehen, sowohl von Seiten der Wasserwirtschaftsämter, als auch der Einsatzkräfte, für den Erfolg der Hochwasserschutzmaßnahmen grundlegende Voraussetzung. Die Fachleute von THW und Wasserwirtschaftsamt haben deshalb den Hilfskräften aufgezeigt, wie die durch Hochwassersituationen gefährdeten Deiche geschützt und gesichert, oder wie Deiche erforderlichenfalls auch noch erhöht werden können. Zunächst wurden durch Rüdiger Maetzig, Sachbearbeiter Einsatz der THW Geschäftsstelle Hof, in der Unterkunft des Technischen Hilfswerks Kronach die theoretischen Grundlagen für die folgende praktische Ausbildung am Deich in Friedrichsburg vermittelt. Den Teilnehmern wurden ausführliche Informationen über Arten von Hochwasser, die den Hilfskräften verbleibenden Reaktionszeiten, Maßnahmen zur Hochwasservorsorge und Möglichkeiten zur Warnung der Bevölkerung an die Hand gegeben. Nach der theoretischen Ausbildung wurde mit dem Praxisteil am Deich bei Friedrichsburg begonnen, wo die Helfer vom Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kronach, Herrn Baudirektor Hans Hemmerlein begrüßt wurden. Baudirektor Hemmerlein verwies auf die jüngsten Unwetter und die damit verbundenen Starkregenereignisse in Südbayern und unterstrich, wie wichtig die rechtzeitige gemeinsame Vorbereitung auf Extremsituationen ist. Auch Herr Bürgermeister Manfred Raum begrüßte die Teilnehmer im Namen der Stadt Kronach und bedankte sich für die Einsatzbereitschaft der THW-Helfer. Die Wassermeister des Wasserwirtschaftsamts informierten zunächst über den Aufbau des Deichs und über geeignete Materialien und technische Möglichkeiten zum Schutz des Deichs. Entgegen der allgemeinen Meinung, dass Sickerstellen abgedichtet werden müssen, wurde von den Vertretern des Wasserwirtschaftsamts erläutert, dass das Verschließen der Sickerstellen nicht zum gewünschten Erfolg führt, da sich das Wasser innerhalb kurzer Zeit einen anderen Weg suchen wird. Es muss vielmehr versucht werden den Deich zu stützen, ohne den Druck auf den Deich zu erhöhen. Dies geschieht mittels eines Sickerrosts, z. B. in Form von Faschinenbündeln oder einer Fliesmatte, der den Abfluss des Sickerwassers weiterhin ermöglicht. Der Sickerrost wird anschließend mit Sandsäcken belastet, um zu verhindern, dass der Deich großflächig abrutscht. Unter Anleitung der Wassermeister haben die THWler jeweils ein Beispiel für diese Art von Sicherungsmaßnahmen angelegt. Als Reaktion auf Wasseraustritte im Deichhinterland kann ein Auflastfilter aus Kies aufgebracht oder ein Ringdamm errichtet werden. Von den Helfern wurde auch ein Ringdamm als Beispiel aufgebaut. Am Nachmittag wurde die letzte Übung angegangen. Von den Helfern wurde eine Deicherhöhung mit Sandsäcken vorgenommen. Hierzu wurde eine Helferkette gebildet und die Sandsäcke von der Sandsackfüllanlage bis zur Deichkrone durchgereicht. Innerhalb kurzer Zeit konnte eine Erhöhung des Deichs um rund 30 cm erreicht werden, wobei immer bedacht werden muss, dass jede Deicherhöhung die Standsicherheit des Deichs verschlechtert.

Abschließend wurde die Hochleistungsschmutzwasserpumpe der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des THW Ortsverbandes Naila vorgeführt, zu der auch Herr Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger und der Leiter des Sachgebiets Öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landratsamtes Kronach, Herr Herbert Eisentraudt, eingetroffen waren. Die Pumpe hat eine Förderleistung von 5.000 Liter/Minute. Die Fachgruppe aus Naila verfügt bei Einsatz aller Pumpen über eine Leistung von insgesamt 19.000 Liter/Minute und war bereits im Landkreis Kronach im Einsatz. Insbesondere beim Abpumpen der Klärbecken in den Kläranlagen Steinach bei Mitwitz und in Ludwigsstadt haben die leistungsstarken Pumpen aus Naila gute Dienste geleistet.

Herr Hans Buhl, stellvertretender Leiter des Wasserwirtschaftsamts Kronach und Herr Rüdiger Maetzig von der THW Geschäftsstelle Hof, bedankten sich bei den Helfern für die Teilnahme und das rege Interesse an der Spezialausbildung. Der besondere Dank gilt dem Wasserwirtschaftsamt Kronach, das die praktische Ausbildung durchgeführt und die Sandsackfüllanlage für die Übung zur Verfügung gestellt hat.


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