Anspruchsvolle Freizeitgestaltung für Männer UND Frauen

Das Technische Hilfswerk ist eine Bundesanstalt und untersteht dem Bundesinnenministerium. An 668 Standorten leisten rund 80.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Dienst im Zivil- und Katastrophenschutz. Alle machen dies freiwillig und ehrenamtlich. Der Anteil des hauptamtlichen Personals liegt bei 1 % und beschränkt sich ausschließlich auf den Bereich der überörtlichen Verwaltung.

Die freiwillige Mitarbeit im THW ist ein anspruchsvolles, aber auch sehr ansprechendes Hobby, aus dem man auch für sich selbst einen gewissen Nutzen ziehen kann.

Die häufigsten Fragen, die uns von interessierten Neu-Helfern gestellt werden, haben wir auf dieser Seite einmal zusammengetragen:

Was macht das THW eigentlich?

Unsere Aufgabe ist die technische Hilfe in Zivilschutzfall sowie bei größeren Unglücken und Katastrophen. Je nach Schadenslage kann dies sein:

Technische Gefahrenabwehr

Technische Hilfe im Bereich der Infrastruktur

Führung/ Kommunikation, Logistik

  • Einrichten und Betreiben von Führungsstellen - Führungsunterstützung - Einrichtung temporärer Telekommunikationssysteme - Einrichten und Betreiben von Logistikstützpunkten - Verpflegung und Betreuung von Einsatzkräften - Materialerhaltung, Reparatur- und Wartungsarbeiten für Einsatzausstattung
  • Verbrauchsgütertransport für Einsatzbedarf

Technische Hilfe im Umweltschutz

Versorgung der Bevölkerung

  • Strom- und Trinkwasserversorgung - Abwasserentsorgung
  • Errichtung und Einrichtung von Notunterkünften und Sammelplätzen

Weitere technische Hilfeleistungen

  • technische Hilfe auf Verkehrswegen - Höhenrettung - Tauchen - Behelfsmäßiger Straßenbau
  • Wartung von Zivilschutzeinrichtungen (Notbrunnen, Schutzräume)

Und was macht das THW speziell in Kronach?

Da ja nicht tagtäglich Katastrophen und große Unglücksfälle in unserem Landkreis passieren, bewegen sich die meisten Einsätze im Rahmen der „örtlichen Gefahrenabwehr“, also als Unterstützung für die Feuerwehren oder den Rettungsdienst. Dies kann z.B. sein

Daneben fallen noch eine Vielzahl von sog. „geplanten Einsätzen“ an. Also keine Notfälle, sondern Einsätze, die lange im Voraus angemeldet sind. Dies sind in der Regel Fälle, wo Kommunen oder private Anforderer mit speziellen Problemen auf das umfangreiche Equipment des THW zurückgreifen.

Was waren denn die spektakulärsten bzw. größten Einsätze der letzten Zeit?

 

Natürlich zum einen der Orkan Kyrill im Januar 2007, der uns mit allen Helfern und Fahrzeugen gut 48 Stunden auf den Beinen gehalten hat, dann wäre eine Vermisstensuche im Stadtgebiet von Kronach zu nennen, die auch eine ganze Nacht lang 42 Helfer auf Trab hielt.In diesem Jahr waren es das Zugunglück in Förtschendorf und der Waldbrand in Zeyern, die jeweils vollen Einsatz von unseren Helfern gefordert haben.

Bei den „geplanten Einsätzen“ war es vor allem Crana Histroica, welches ein echter Kraftakt war. Die meiste Arbeit haben wir hinter den Kulissen geleistet, von den Besuchern unbemerkt. Aber dennoch kamen für dieses Projekt über 500 Dienststunden zusammen.

Welche Vorkenntnisse muss ich haben, um THW-Helfer zu werden?

Eigentlich keine besonderen. Eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf ist sicher nicht von Nachteil, aber keineswegs zwingend. Natürlich finden sich bei uns Zimmerleute, Elektriker, Schlosser, Schweißer und sonstige Berufe wieder – und das ist auch gut. Aber wir benötigen auch Kaufleute, Köche, EDV-Spezialisten oder einfach nur Leute, die „richtig“ zupacken können.Alle nötigen Kenntnisse werden den neuen Helfern in entsprechenden Ausbildungen vermittelt.

Welchen Zeitaufwand muss ich denn für mein ehrenamtliches Engagement einplanen?

Regel-Dienst ist immer Dienstag abends von 19:00h bis 22:00h. Dabei steht abwechselnd Ausbildung am Standort oder eine Übung auf dem Plan, gelegentlich auch Geräte- und Liegenschaftspflege. Alles in allem soll ein Helfer mindestens 120 Stunden im Jahr leisten – nicht zuletzt um auch die nötige Routine im Umgang mit den Geräten zu haben. Nach oben sind bei den Stunden natürlich keine Grenzen gesetzt.

Wie sieht denn der typische Werdegang eines neuen THW-Helfers aus?

Jeder neuer Helfer muss zunächst die Basisausbildung I bzw. Grundausbildung durchlaufen. Diese umfasst mindestens 75 Stunden Theorie und Praxis. Dabei wird das nötige Rüstzeug vermittelt, welches jeder THWler braucht – unabhängig von seiner späteren Verwendung. Das sind z.B. Stiche und Bunde (Knoten), das Bedienen eines Stromerzeugers, die Grundlagen der Metall-, Gesteins-, und Holzbearbeitung einschließlich des Umgangs mit der Kettensäge und anderen Maschinen. Ferner das Bewegen von Lasten mit diversen Geräten und vieles mehr. Natürlich gehören auch die Grundlagen der Arbeitssicherheit und das Verhalten an Einatzstellen dazu. Nach bestandener Prüfung erfolgt dann die weitere Ausbildung je nach vorgesehener Verwendung. D.h. die Kameraden der Fachgruppe Trinkwasser werden anders ausgebildet als die Helfer der Bergungsgruppen. Parallel dazu werden einzelne Helfer in Sonderlehrgängen für Zweitverwendungen geschult. Z.B. als Kraftfahrer, Sprechfunker, Sanitätshelfer oder Koch. Aber auch Sonderausbildungen wie Atemschutzgeräteträger, Schweißer oder Trinkwasser-Laborant sind möglich.

Nehmt Ihr auch Frauen auf?

Ja natürlich – und sogar sehr gerne. Unser Frauenanteil in der aktiven Mannschaft liegt derzeit bei etwa 10 %. Wir würden uns aber freuen, wenn wir diesen steigern könnten. Unsere Helferinnen nehmen die gleichen Aufgaben wahr wie die männlichen Kameraden und sind absolut gleichberechtigt. Natürlich stehen Ihnen auch sämtliche Lehrgänge und Funktionen offen. Von der LKW-Fahrerin über Atemschutzgeräteträgerin bis hin zu Führungspositionen aller Art.

Kann ich mich irgendwie auch direkt informieren und einen Blick hinter die Kulissen werfen?

Kein Problem. Die Unterkunft ist jeden Dienstag ab spätestens 18:30h besetzt und jeder Interessierte ist eingeladen, uns zu besuchen und sich aus erster Hand zu informieren. Frank Hofmann, Udo Höfer oder Christian Meußgeier sind die Ansprechpartner vor Ort und stehen Euch gerne Rede und Antwort zu allen Fragen.